Das Ordonannzrad 05

Auf Grund der 1903 veranlassten Versuchen mit den Normalfahrrädern und den geprüften ausländischen Fahrrädern in Kursen und Schulen durch das Militär-Departement konnte der technischen Abteilung der Kriegsmaterialverwaltung 1904 die Anforderung zur Herstellung eines Modells gegeben werden. Den Auftrag zur Erstellung desselben erhielt die Fahrradfabrik Schild & Cie., Madretsch-Biel. Im Sommer 1904 lag der Prototyp vor. Anfangs September gab die technische Abteilung der Kriegsmaterialverwaltung noch Abänderungs-Wünsche bekannt und bat um Preisofferte und den Zeitpunkt für den Liefer-Termin. Etwas später, als alles bereinigt war, erfolgte der Auftrag für vorerst 10 Fahrräder (ohne Pneumatiks, Laterne und Signalvorrichtung) an die Firma Schild & Cie. Bald bekamen nebst Cosmos auch Condor und Helvetia ihre festen Produktions-Aufträge zugeteilt. Im Juli 1905 wurden die ersten 300 Ordonanz-Fahrräder dem Militär ausgeliefert, nämlich COSMOS Fahrrad-Nr.1-150, HELVETIA Fahrrad-Nr. 151-225, und CONDOR Fahrrad-Nr. 226-300. Am 17. Juli 1905 erhielten die in Yverdon einrückenden Rekruten erstmals solche Ordonnanz-Fahrräder (in schwarzer Farbe) ausgehändigt. Sie konnten dabei die Velo-Marke auslesen, und zwar entschieden sie sich für 144 Cosmos-, 59 Condor- und 18 Helvetia-Räder. Die Firma Gustav Adolf Saurer & Co, Arbon, (Helvetia-Räder) bekam 1904 vom Militär einen Fahrrad-Lieferauftrag welchen sie 1905 (75 Stck.) und 1907 (50 Stck.) erfüllte. Der Gang dieser Velos wurde aber als zu schwer beurteilt und von Militärstelle bemängelt. Weil der Mangel nicht behoben wurde, bekam die Firma Saurer ab 1907 keinen Lieferauftrag mehr, dafür die Firma Schwalbe AG (Gebr. Rüegg), Uster. Diese lieferte 1907 (40 Stck.) und 1908 (60 Stck.) die Ordonnanz-Räder vorerst unter dem Namen Rüegg und ab 1909 dann unter dem Namen Schwalbe ab. Ab 1905 bauten, abgesehen von der Firma G.A. Saurer & Co, Arbon, (Helvetia-Räder), die nur 1905 und 1907 fürs Militär total 125 Velos lieferten, folgende Firmen die Ordonnanz-Velos für die Schweizer Armee (das Modell MO 05), nämlich die jurassische Firma Condor SA, Courvaifre von 1905-1988, die Firmen Schwalbe AG (Gebr. Rüegg) Riedikon/Uster von 1907-1951 und die Firma Cosmos (B. Schild & Cie. AG), Biel. von 1905-1979. Zusätzlich nahm auch noch die Firma Zesar AG, Nidau von 1945-1965, sowie die Maschinen-Fabrik Gränichen AG, Gränichen, von 1952-1959 an der Fahrrad-Produktion teil. Ab 1979 hatte nur noch die Firma Condor SA allein Militärvelo 05 hergestellt haben. Die Firmen Zesar AG und Maschinenfabrik Gränichen AG produzierten insgesamt nur eine kleinere Anzahl Fahrräder für die Armee. Es muss angenommen werden, dass sie lediglich Velos des Typs "Armee" und keine Ordonnanz-Räder herstellten Von 1905-1988 wurden von den sechs oben erwähnten Fahrrad-Fabriken insgesamt 68614 Velos für die Schweizer Armee produziert Alle Velos waren schwarz emailliert und mit Wulstreifen, Leerlauf, einer Vorderradpneubremse sowie einer Torpedo-Rücktrittbremse versehen, aber anfänglich ohne Licht und Glocke (letzteres war nur Corps-Material). Zudem mit der Rahmentasche (diese wurden erst ab 1928 an die Offiziersvelo montiert) und einer Werkzeugtasche samt Werkzeug. Technische Daten: Gewicht 22,5kg, Länge 1820mm, Breite 565mm, Höhe1020mm, Radstand 1140mm, Rahmenhöhe 580mm, Rahmenrohrdurchmesser 29mm, Reifen 26 Zoll, Hinterradantrieb über die Kette auf die Torpedo-Freilaufnabe der Firma F. & S, Schweinfurt. Eine Kettenradumdrehung (Übersetzung) ergab eine zurückgelegte Distanz von 5,7m. Die Fahrrad-Fabrikanten lieferten ihre Velos serienweise gemäss Abruf an die KTA (Kriegs-Technische-Abteilung) in Bern, und zwar inklusive zugeteilter Nummerierung direkt am Fahrrad eingestanzt. Die ersten Lieferungen waren 1905 Rahmennummern 1 - 150 Cosmos am 19.07.05 151 - 225 Helvetia im Juli 1905 226 - 300 Condor am 19.07.05 1907 Rahmennummern 301 - 303 Cosmos am 18.02.07 1906 Rahmennummern 304 - 420 Cosmos am 11.06.06 1906 Rahmennummern 421 - 500 Condor am 25.06.06 1907 Rahmennummern 501 - 550 Helvetia am 14.01.07 Das Eidgenössische Zeughaus in Bern (Sektion Beschaffung) wies jeweils den einzelnen Zeughäusern (z.B. Kriens/LU, Rapperswil/SG, Seewen/SZ, Amsteg/UR, usw.) die notwendigen Fahrrad-Kontingente zu..

Infos von http://www.morger.net/Militär-Radfahrer.htm

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09.12.14

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